Qualifikation zur Weltmeisterschaft 2026: Neues Format und wichtigste Storylines in Europa und Afrika

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Die Qualifikationskampagne für die FIFA-Weltmeisterschaft 2026 ist eine der ehrgeizigsten in der Geschichte, mit erheblichen strukturellen Veränderungen, die die Wege der Nationalmannschaften in Europa und Afrika neu gestalten. Da das Turnier erstmals auf 48 Teams erweitert wird, stehen beide Konföderationen vor neuen Herausforderungen, erhöhter Konkurrenz und Chancen für Länder, die bisher Schwierigkeiten hatten, sich für die Endrunde zu qualifizieren. Dieser Artikel erklärt das neue System, die größten Storylines und die Nationen, die am meisten profitieren könnten.

Europäische Qualifikation: Ein überarbeitetes System

Der Qualifikationsweg der UEFA wurde angepasst, um die erhöhte Zahl an Startplätzen zu berücksichtigen. Europa wird nun 16 Teams direkt zur Weltmeisterschaft entsenden, verglichen mit 13 im Jahr 2022. Das Format zielt darauf ab, ein Gleichgewicht zwischen etablierten Fußballmächten und aufstrebenden Nationen zu schaffen.

Die Qualifikationsgruppen bilden weiterhin die Basis, aber zusätzliche Play-offs, beeinflusst durch die Platzierungen in der UEFA Nations League, wurden integriert. Dadurch erhalten auch mittelstarke Teams mit guten Leistungen in der Nations League die Chance auf ein WM-Ticket. Dies hält mehr Mannschaften bis zum Ende der Qualifikation im Rennen.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Verringerung sogenannter „unbedeutender Spiele“. Durch mehr direkte und Play-off-Wege hat jedes gewonnene oder verlorene Spiel nun größere Bedeutung. Für Teams wie Schottland, Polen oder Österreich ist dies eine echte Gelegenheit, durch konstante Leistungen zu profitieren.

Wichtige Storylines der europäischen Qualifikation

Im Zentrum steht Italien, das zwei Weltmeisterschaften in Folge (2018 und 2022) verpasste. Mit einem neuen Trainer steht die nächste Generation unter Druck, Italien zurück auf die Weltbühne zu bringen. England wiederum setzt auf seine goldene Generation, mit Spielern wie Jude Bellingham und Bukayo Saka.

Kleinere Nationen wie Georgien und Kosovo sorgen ebenfalls für Spannung. Ihre jüngsten Leistungen in der Nations League zeigen Fortschritte, und mit den erweiterten Startplätzen sind sie keine Außenseiter mehr, sondern echte Anwärter auf die Play-offs.

Auch die etablierten Teams wie Frankreich, Spanien und Deutschland müssen gegen wiedererstarkte Mannschaften aus Kroatien oder den Niederlanden beweisen, dass sie konstant auf höchstem Niveau bestehen können.

Afrikanische Qualifikation: Mehr Plätze, mehr Chancen

Auch die Afrikanische Fußballkonföderation (CAF) hat ein neues Format eingeführt: Afrika erhält nun neun garantierte WM-Startplätze, mit einer möglichen zehnten über die interkontinentalen Play-offs. Dies ist ein historischer Sprung von den bisher fünf Plätzen.

Das Format sieht neun Gruppen mit je sechs Teams vor. Nur die Gruppensieger qualifizieren sich direkt, während die vier besten Zweitplatzierten in Play-offs um einen Platz im interkontinentalen Play-off-Turnier kämpfen. Damit bleibt die Spannung in fast jeder Gruppe bis zum Ende erhalten.

Dieses System verringert den Zufallsfaktor der bisherigen K.-o.-Duelle. Besonders kleinere Teams profitieren davon, da sie über eine längere Kampagne ihre Stärke unter Beweis stellen können.

Wichtige Storylines der afrikanischen Qualifikation

Senegal, Marokko und Ägypten gehören zu den Favoriten und verfügen über Spieler in europäischen Topligen. Marokkos Halbfinale bei der WM 2022 hat gezeigt, dass afrikanische Teams mit den Besten der Welt mithalten können.

Nigeria steht nach dem Verpassen der WM 2022 unter Druck. Mit Spielern wie Victor Osimhen und weiteren jungen Talenten muss sich das Team in einer schwierigen Gruppe beweisen.

Zudem sind Teams wie Mali, Burkina Faso oder Kap Verde auf dem Vormarsch. Mit verbesserter Infrastruktur und mehr Spielern in Europa sind sie keine reinen Außenseiter mehr.

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Der Weg nach vorne: Was zu erwarten ist

Mit der WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko nimmt die Qualifikation historische Dimensionen an. Die Erweiterung des Turniers sorgt für mehr Vielfalt und Chancen für Debütanten wie auch für etablierte Nationen.

In Europa wird die Tiefe des Talents deutlich, während in Afrika neue Möglichkeiten für mehr Teams entstehen. Beide Kontinente müssen sich an eine längere und intensivere Qualifikationsphase anpassen.

Die WM-Qualifikation 2026 ist mehr als nur der Weg zum Turnier – sie verändert die Dynamik des Weltfußballs. Europa sucht nach einem Gleichgewicht zwischen Tradition und Inklusion, Afrika nach Wachstum und Chancen.

Weitreichende Auswirkungen auf den Weltfußball

Die Veränderungen in Europa und Afrika wirken sich auch auf andere Konföderationen aus. Asien, Südamerika und CONCACAF passen ihre Systeme ebenfalls an die erweiterten Startplätze an. Dadurch entsteht eine neue Ära der Inklusion im Fußball.

Für die FIFA bedeutet dies eine stärkere globale Einbindung. Mehr Länder bleiben bis zuletzt im Rennen, was die Fanbindung, TV-Einschaltquoten und Nachwuchsförderung steigert.

Die Qualifikation zur WM 2026 wird als der Moment in Erinnerung bleiben, in dem sich das Gleichgewicht des Weltfußballs verschoben hat. Neue Nationen treten aus dem Schatten, während etablierte Teams ihre Dominanz verteidigen müssen.